Pico

Kulturerbe

Weltkulturerbe

Ackerland ist rar auf Pico. Um die steinigen Flächen, die sogenannten «lajidos (flache Lavafelder)  nutzen zu können, haben die Bauern in jahrhundertelanger, mühseliger Arbeit die Flächen von Basaltbrocken befreit und diese zu kleinen Legesteinmauern aufgetürmt. Wie ein Spinnennetz durchziehen diese Mauern aus Vulkangestein, so genannte «Currais», die Insel und umgrenzen Weiden und die berühmten Weingärten von Pico, so dass diese vor Wind und atlantischer Salzluft geschützt sind. In Criação Velha und Santa Luzia befinden sich die größten Weinbaugebiete und  kilometerweit kann man entlang der Steinmauern wandern. Diese Gebiete, «Paisagem da Cultura da Vinha» wurden im Jahre 2004 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Auf den Lavaböden sind heute noch die Spuren der Ochsenkarrenräder zu sehen, die beim Transport der Weintrauben und der Fässer im Boden zurückblieben.

Architektur

Zahlreiche Kirchen und mit dem Weinbau verbundene Spuren  bilden das architektonische Vermächtnis der Insel Pico. In Areia Larga sind eindrucksvolle Gebäude aus dem 18. und 19.  Jahrhundert zu sehen, die den Weinbergbesitzern von Faial als Sommerunterkünfte dienten und als Wein- und Vorratslager genutzt wurden.

Einige «Adegas» auf Pico wurden für den ländlichen Tourismus umgebaut. In einer alten Sommerresidenz der Karmelitermönche wurde in Madalena ein interessantes Weinmuseum errichtet, auch um die Erinnerung an die goldene Ära des Verdelhoweines wach zu halten. Dort ist eine Sammlung von Werkzeugen, alten Fässern und Destilieranlagen zu  besichtigen. Im Innenhof wachsen imposante Drachenbäume und ein Steg führt zu einem Aussichtspavillion, der mit der typisch roten Farbe gestrichen ist. Von hier hat man einen wunderbaren Ausblick.

Der vulkanische Ursprung der Insel ist den Häusern von Cabrito, Arcos, Lajido, Cachorro oder Calhau anzusehen. Hier muss man die Kunstfertigkeit der Steinhauer bewundern. Die schwarzen Basaltsteine der Mauern passen perfekt ineinander und bilden einen reizvollen Kontrast zu den weißlackierten Fenstern und den strahlend grün und leuchtend rot gestrichenen Türen.

Die «maroiços» gibt es auf allen Inseln des gesamten Archipels. Auf Pico kommen sie hauptsächlich in Madalena vor. Es sind kleine  Vulkansteinpyramiden. Diese pyramidenförmigen Hügel sind bis heute Zeugen der mühsamen Arbeit der Bewohner von Pico. Jahrhundert um Jahrhundert wurden sie von den Bauern aufgetürmt, als sie die Felder und Weiden von Lavabrocken befreiten.

Kultur

 Die wichtigsten Spuren des azorischen Walfangs befinden sich  in Lajes do Pico. Durch São Roque, Calheta de Nesquim oder Ribeiras kann man auf den Spuren der Walfänger durch die Gassen mit ihren typischen Häusern spazieren und die Hafenanlagen und alte Walfangboote besichtigen.  Das Walfang-Industriemuseum wurde in der ehemaligen Fabrik «Armações Baleeiras Reunidas»in São Roque do Pico eingerichtet. Dort sind alte Öfen, Kessel und andere Geräte, die zur Walverarbeitung notwendig waren, zu besichtigen. Die Ausstellung alter Fotografien, Utensilien und Walfangboote ist im Walfangmuseum in Lajes do Pico während des ganzen Jahres geöffnet. Eine Sammlung von kleinen Kunstwerken aus Walzähnen und -knochen (Scrimshaw) ist Teil dieser Ausstellung.

Santo Amaro war einst das Zentrum des Schiffbaus im Archipel, und noch heute werden in kleinen Werften Holzboote von Hand hergestellt. Außerdem gibt es ein Museum, das Zeugnis gibt von der Bedeutung des ehemaligen Schiffbaus.

Kunsthandwerk

Die Kunsthandwerkschule in Santo Amaro und die regionale Kunsthandwerkschule in São Roque do Pico führen die kunsthandwerkliche Tradition weiter. Hier werden Strohhüte, Blumen aus Fischschuppen, Häkelarbeiten, sowie Miniaturen aus Holz von Walfangbooten und den verschiedensten für den Weinanbau notwendigen Gebrauchsgegenstände hergestellt.

Highlights

Sehenswerte Orte