Flores

Geschichte

Die Inseln der westlichen Gruppe wurden wahrscheinlich um 1452 von  portugiesischen Seefahrern entdeckt. Historiker vermuten, dass Diogo de Teive die Insel als erster gefunden hat. Die Besiedlung der Insel war kein leichtes Unterfangen; denn im Gegensatz zu den anderen Inseln des azorischen Archipels wurden Flores und Corvo zum Landbesitz und  persönlichen Eigentum des Königs erklärt. Im Jahre 1453 übergab der portugiesische König Afonso V. die Inseln seinem Onkel Dom Afonso, Duque von Bragança und Conde von Barcelos.

Es waren die bunten Blumen,  die schon um 1470 blühten und der Insel den Namen «Flores» (Blumen) gaben.

Wie auch auf anderen Inseln, waren  Flamen die ersten Siedler. Um 1480 versuchte Wilhelm van der Haegen, der sich zunächst auf São Jorge niedergelassen hatte, sein Glück auf Flores. Weil ihm die Insel zu abgelegen war und kein wirtschaftliches Potential versprach, verließ er die Insel und kehrte nach São Jorge zurück. Erst im Jahre 1508 versuchten es die Kapitäne der Familie Fonseca wieder, die Insel zu besiedeln. Trotz der späten Besiedlung, florierte die Insel. Im Jahre 1515 bekam Lajes das Flores und 1548 Santa Cruz das Flores Stadtrechte. Es war die Familie Mascarenhas, die Ende des 16. Jahrhunderts dafür sorgte, dass die Bevölkerungszahl von Flores stattlich anwuchs.

Während der ersten zwei Jahrhunderte waren der Getreideanbau, die Schafzucht, die Herstellung von Tüchern und der Fischfang die wirtschaftlichen Schwerpunkte der Insel. Ruhe und Abgeschiedenheit bestimmten das Leben  im 16. und 17. Jahrhundert. Als westlichster Punkt Europas war Flores für die Handelsschiffe der portugiesischen und spanischen Krone ein strategisch wichtiger Stützpunkt.  Piraten lauerten oft den mit wertvoller Fracht beladenen Galeonen auf.

Das Gedicht «The Revenge» von Lord Alfred Tennyson beschreibt ein geschichtliches Abenteuer und einen Piratenangriff. Es beginnt mit dem Satz an „At Flores in the Azores Sir Richard Grenville lay“ („Auf Flores, auf den Azoren lag Sir Richard Grenville…“) und fährt fort mit der Beschreibung der Niederlage des berühmten britischen Seeräubers Sir Richard Grenville, der in einer Seeschlacht gegen die spanische Flotte besiegt wurde.

Ab Mitte des 18. Jahrhunderts wurde die Insel Schutzhafen für die englischen und nordamerikanischen Walfangflotten. Hier nahmen sie Proviant und Wasser auf und heuerten neue Besatzungsmitglieder an. Hierdurch beeinflusst, wurden schließlich in Lajes das Flores und in Santa Cruz das Flores eigene Anlagen für den Walfang und seine Verarbeitung errichtet. Die alten Gebäude, in denen damals Walöl produziert wurde, sind bis heute erhalten.

Durch den Bau des Flughafens im Jahre 1972 und den Bau einer modernen Hafenanlage wurde die Insel in das wirtschaftliche Leben des Archipels integriert.